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5. Februar 2018,

"Zeitengleiche": 10316 Tage Berlin mit der Mauer – 10316 Tage Berlin ohne die Mauer

Für mich hat der  "Zirkeltag" auch eine ganz persönliche Dimension: Von der TU Berlin aus kommend bin ich nach einem Aufenthalt von 28 Jahren in London, Paris (OECD), New York (UNO)  und wieder Paris (UNESCO)  wegen des Falls der Mauer vor 28 Jahren wieder nach Berlin zurückgekehrt.  Ich hatte damals die einzigartige Chance, als erster Präsident der damals von der deutschen Industrie, allen Banken - dem BDI, dem DIHT und der IHK zu Berlin als Mitgesellschafter -  gegründeten OstWestWirtschaftsAkademie (OWWA)  das tastende Zusammenführen der beiden Teile der Stadt, des Landes und Europas hautnah mitzuerleben.

4. Februar 2018

Polnische Gesetzgebung zum Holocaust  –  Der Vergleich mit Frankreich

Dass sich die polnische Regierung gegen die Verwendung des Begriffs „Polnische Todeslager“ mit einem eigens  hierzu am verabschiedeten  Gesetz wehrt, ist nachvollziehbar  und in einer Zeit der um sich  greifenden Geschichtsvergessenheit  nicht nur selbstverständlich, sondern auch wichtig.

Es geht um nichts anderes als von Deutschen in Polen errichtete Vernichtungslager.

Der  Einwand der Regierung Israels gegen das von beiden Kammern des Sejm ratifizierten Gesetzes bezieht sich  jedoch offenbar auf einen größeren moralischen Zusammenhang, nämlich  auf die Rolle der polnischen Regierung und  der polnischen Bevölkerung zum Holocaust insgesamt.

Aufschlussreich hierzu ist die offizielle Haltung unseres  zweiten großen Nachbarlandes nämlich  Frankreich, das  kaum mehr als ein halbes Jahr nach dem deutschen Überfall auf Polen  dasselbe Schicksal erlitt: Am 10. Mai 1940, hat die deutsche Wehrmacht Paris eingenommen und ganz Frankreich besetzt.

 Zu diesem Zeitpunkt gab es in Frankreich rund 300.000 Juden – davon die Hälfte in Paris -  einschließlich der jüdischen Flüchtlinge aus anderen europäischen Ländern, die hier Schutz gesucht hatten.

Auf Anordnung der deutschen Besatzungsmacht hat der damalige Ministerpräsident Admiral François Darlan, der für die französische Seite federführend für den am 22.6.1940 in Compiègne  abgeschlossenen Waffenstillstandsvertrag war, als eine seiner ersten Maßnahmen alle Präfekten angewiesen, eine Registrierung  aller in Frankreich lebender Juden vorzunehmen. Ein Jahr später hat die französische Regierung  ein zentrales  Generalkommissariat für Judenfragen (Commissariat général aux questions juives) eingerichtet, welches eine gemeinsame Planung französischer und deutscher Beamter  zur Durchführung von Massenrazzien in Paris und in  allen französischen Départements ermöglichte.

Unter Verantwortung der  französischen Polizei und Gendarmerie, die angewiesen war, auf Flüchtende zu schließen,  wurden 1942 die ersten Durchgangslager zur Weiterleitung vor allem in das KZ Auschwitz-Birkenau  eingerichtet. Am Berüchtigsten  geworden ist die Razzia – mitten in Paris – am 16. und 17. Juli 1942, bei der in einem Radsporthalle (Vél’div)  8.160 Juden  (4115 Kinder, 2916 Frauen und 1129 Männer) nach tagelangem Aushalten  vor ihrem Abtransport in Viehwagen der SNCF nach Auschwitz, zusammengefercht wurden.

Nach französischen Angaben sind auf diese Weise in 79 Zügen der SNCF rund 75.000 Menschen in das Todeslager Auschwitz verbracht worden.

In der Zeit von 1945 bis 1995 -  d.h. in der Regierungszeit von General Charles  de Gaulle bis zu Präsident Mitterand  - war die Rolle Frankreichs  in der Judenfrage unter deutscher Besetzung  ein Tabuthema. Die Regierungen lehnten  eine Verantwortung Frankreichs für die während der deutschen Besatzungszeit erfolgten Judenverfolgungen ab, Nach ihrer  Auffassung fiel  die Mitschuld Frankreichs durch die  Kollaboration der Regierung und die Komplizenschaft eines Teiles der Bevölkerung mit den deutschen Besatzungsinstanzen bei der Internierung und Deportation von Juden in die von Deutschen eingerichteten Vernichtungslager in Polen ausschließlich in die Verantwortung des von Marschall Pétain geführten sog. „Französischen Staates“ (État Français)  .Erst durch Präsident Jacques Chirac erfuhr diese Geschichtsauffassung – 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges -  einen grundsätzlichen Wandel. In einer feierlichen Erklärung  am 17.7.1995 anerkannte er die Verantwortung des Französischen Staates für die während der deutschen Besatzung von Franzosen gegenüber verübten Verbrechen. Er erklärte „Frankreich tat damals das nicht wieder gut zu Machende“. Im selben Sinne betonte Präsident Fançois Hollande am 2012 bei einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der größten Massenverhaftung von Juden  im Vél’div:   „Die Wahrheit ist, dass diese Verbrechen in und von Frankreich begangen wurden…": Er erinnerte daran, dass "kein deutscher Soldat, kein einziger", bei der gesamten Operation eingesetzt wurde. Das Vertrauen der Juden in französische Werte sei "niedergetrampelt" worden. "Dort liegt der Verrat".

Zum 75. Jahrestag dieser Massenverhaftung hat sich  Präsident Emmanuel Macron  am 16.7.2017 im Beisein von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Namen Frankreichs eindeutig zur Mitverantwortung seiner Nation an der Internierung, Verschleppung und anschließenden Ermordung Tausender Juden in deutschen Vernichtungslagern bekannt. Er wies „jede Relativierung der französischen Verantwortung zurück.“

Seit dem Jahr 2000 wird der 16. Juli als Gedenktag „zur Erinnerung an die rassistischen und antisemitischen Verbrechen des État français und zur Ehrung der Gerechten unter den Völkern Frankreichs“ landesweit mit Veranstaltungen begangen. Im vergangenen Jahr haben sich 43 Städte in allen Teilen Frankreichs an diesen Gedenkveranstaltungen beteiligt.

Die französische Regierung hat  im Jahr 2000 eine Kommission zur Entschädigung materieller Verluste und  zur Auszahlung einer Waisenrente für Kinder deportierter Juden einberufen. Sie hat ferner  eine Stiftung  „Fondation pour la Mémoire de la Shoah“ gegründet, die mit einem Kapital von rund 400  Millionen Euros aus den einst vom französischen Staat von Juden konfiszierten Vermögen oder nie abgerufenen jüdischen Bankguthaben ausgestattet ist. 

Seit 1997 besteht eine unbeschränkte Öffnung der  Archive des Zweiten Weltkriegs zu diesem leidvollen Kapitel der französischen Geschichte.

Vielleicht können die Erfahrungen Frankreichs  auch für Polen nützlich sein in seinem Bemühen um  einen ausgewogenen Umgang  mit dem von Deutschen zu verantwortenden  tragischsten Kapitel seiner Geschichte.

Januar 2018

 

 

 

 

November 2017

 

14. November 2017

                                                                                                    

 

Auf Einladung von Christiane Hessel Teilnahme an dem festlichen Abendessen mit 100 Ehrengästen  zur Erinnerung an den 100. Geburtstag von Stéphane Hessel, Widerstandskämpfer, Häftling im KZ Buchenwald, Ambassadeur de France, Autor im Alter von 92 Jahren der Schrift "Empört Euch" ('Indignez vous'), die in einer Auflage von 4,2 Millionen Exemplaren erschienen ist und in 20 Sprachen übersetzt wurde.

Paris, Théâtre du Soleil, Cartoucherie

 

Oktober 2017

 

23. Oktober 2017

Vortrag vor dem Rotary-Club Cabourg

Grand Hôtel, Cabourg

                                                                                                                                         

„La vie miraculeuse de Stéphane Hessel entre Eros et Thanatos »

 

 

20. Oktober 2017

Gründung der - Société  Franco-Allemande Stéphane Hessel (Deutsch-Französische Stéphane-Hessel-Gesellschaft)

Zum 100. Geburtstag von Stéphane Hessel haben zahlreiche  seiner Wegbegleiter, Freunde und Bewunderer zur Verstetigung seines Wirkens die „Deutsch-Französische Stéphane Hessel-Gesellschaft – Société  Franco-Allemande Stéphane Hessel“ ins Leben gerufen. Anlässlich eines Festaktes im Thüringer Landtag am Vorabend des Geburtstages hat die frühere Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen Christine Lieberknecht, Schirmherrin der Wanderausstellung „Stéphane Hessel: Die Würde des Menschen“ und Mitgründerin die neue Gesellschaft proklamiert. Mit Unterstützung des Bürgermeisters der Gemeinde Kromsdorf Gunter Branik soll der Sitz der Gesellschaft in Schloß Kromsdorf, dessen Vorplatz bereits seit 2013   „Stéphane Hessel-Platz“ heißt,  errichtet werden. Gedacht ist dort an die Errichtung einer ständigen Ausstellung zum Wirken von Stéphane Hessel verbunden mit einer Archivsammlung zum Weimarer Dreieck, dessen Gründungskuratoriumsmitglied er war. Die Gesellschaft will regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Collegium International in Paris   zu den großen Themen, die Stéphane Hessel  zeitlebens beschäftigt haben. Symposien durchführen und mit anderen - insbesondere an die Jugend gerichteten Initiativen  - die Erinnerung an den großen Humanisten und überzeugten Europäer wachhalten.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen: Christiane Chabry-Hessel, Ehrenpräsidentin;   Roland Dumas, Außenminister a.D., Ehrenpräsident des französischen Verfassungsrates;  Sacha  Goldman, Cinéast,  Generalsekretär, Collegoim International (Ko-Präsident), ; Hans Herth, Administrateur, Fédérations des Associations Franco-Allemandes pour l'Europe (FAFA); Wolfgang Knappe, Präsident, Maria-Pawlowna-Gesellschaft, Initiator der Wanderausstellung "Die Würde des Menschen: Stéphane Hessel"; Michael Kogon, Nationalökonom, Übersetzer der Schriften von Stéphane Hessel, Sohn von Eugen Kogon, der Stéphane Hessel im KZ Buchenwald das Leben gerettet hat;   Jack Lang, Kulturminister a.D.,Président de l'Institut du Monde Arabe;   Christine Lieberknecht, ehem. Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Schirmherrin der Wanderausstellung "Die Würde des Menschen: Stéphane Hessel";  Nicole Mabire, Présidente, Mouvement Européen France, Cabourg; Hélène Miard-Delacroix, Professorin, Sorbonne, Paris;  Edgar Morin, Soziologe und Philosoph; Klaus-Heinrich Standke, Direktor bei den Vereinten Nationen a.D., Präsident, Komitee zur Förderung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit e.V. (Weimarer Dreieck), Ko-Präsident; Hans Stark, secrétaire général du Comité d’études des relations franco-allemandes (Cerfa) à l’Institut français des relations internationales,Paris; Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D., Jérôme Vaillant, Professor an der Universität Lille, Herausgeber "Allemagne d'aujourdhui", Georges Wagner-Jourdain, Präsident, Länderausschuss Deutschland-Frankreich, Rotary International;  et al.

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4. Oktober 2017, Lille

Geburtshaus von Charles de Gaulle

Exposition à l’occasion du 100ième anniversaire

de Stéphane Hessel (20 octobre 1917-27 février 2013)

Die Würde des Menschen - La dignité de l’homme: Stéphane Hessel

 

Goethe Institut Lille en coopération avec  la  Fondation  Charles de Gaulle,

  Maison natale de Charles de Gaulle, 9 rue Princesse, 59000 Lille

4 octobre 2017, 18h30

Allocutions de bienvenue :

  • Mme. Marie Lefebvre, Directrice de la Maison natale Charles de Gaulle,
  • Mme. Dorothee Ulrich, Directrice,  Goethe-Institut  Lille
  • Mme.  Sophie Le Flamanc, Directrice du Cabinet, Département du Nord

 

Témoignage :

  • M. Klaus-Heinrich Standke

Chevalier de l’ Ordre National de la Légion d‘honneur

Médaille commémorative du Traité de l'Élysée 1963-2013, Union des Gaullistes de France, Paris

Président, Comité pour la Coopération franco-germano-polonaise (Triangle de Weimar)

Président d’honneur, Mouvement Européen France, Section de Cabourg

 

                                                               

Dorothee Ulrich, Klaus-Heinrich Standke, Marie Lefebvre

"A Monsieur Standke, en souvenir et en remerciements de votre venue à la maison natale Charles de Gaulle à l’occasion du centenaire de la naissance de Stéphane Hessel.

Hessel – de Gaulle, deux hommes d’engagements, deux hommes qui n’ont jamais renoncé.

Puisse la lecture de cet ouvrage vous faire découvrir l’engagement de Charles de Gaulle et de toute sa famille durant des années terribles de la Grande Guerre.

Très sincèrement Marie Lefebvre” in: Marie Lefebvre (Ed.), De Gaulle – de Corbie – Maillot. Une famille au coeur de la guerre 1914-1918, Edition Snoeck, Gand 2015

September 2017

 

Rev.3